Spendenkonto Deutschland

Helfende Hände für die Armen e.V.
Sparkasse Paderborn
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Sonntag, 05.09.2010
Helfende Hände für die Flüchtlinge des Irak-Krieges
04.06.2009

Übersicht

Die Schwester Hatune Stiftung „Helfende Hände für die Armen“ ist eine internationale Organisation, die in Deutschland registriert ist und Teams in Indien, Europa und den USA unterhält. Das Ziel der Organisation ist es, den Heimatlosen, Kranken, den von Naturkatastrophen Heimgesuchten und den verfolgten Flüchtlingen zu helfen. Die Stiftung ist auch aktiv bei der Hilfe für die Flüchtlinge des Irak-Krieges. Als Ergebnis dieses Krieges leben eine große Anzahl von Flüchtlingen auf der gesamten Welt und besonders in den Nachbarländern des Iraks. Die aktuelle Anzahl der Flüchtlinge in den Nachbarländern sind:

Iran 54 000
Jordanien 750 000
Syrien 1500 000
Türkei 13 000
Libanon 40 000
Ägypten 100 000

Dies sind die Gesamtzahlen der Flüchtlinge. Trotz allem hat sich die Lebenssituation der Flüchtlinge nicht verbessert. Daher entschied sich die Schwester Hatune Stiftung zuerst den irakischen Kriegs-Flüchtlingen zu helfen, welche in der Türkei, Syrien, dem Libanon und Jordanien.

Die Kleidung liegt zum Verteilen bereit

Die Arbeit der Schwester Hatune Stiftung in der Türkei und Jordanien

Die Schwester Hatune Stiftung betreut bereits Projekte, welche die irakischen Kriegs-Flüchtlinge in der Türkei, Jordanien und Syrien unterstützt. Die Stiftung sammelt Geld und Material durch die verschiedenen weltweiten Teams und verteilt diese für die Flüchtlinge in der Türkei und Jordanien. Die Hilfe von Wilfred Wong aus Großbritannien ist dabei besonders zu erwähnen und ich danke ihn hiermit besonders. Am 26. Oktober 2007 ein Stiftungsteam der Istanbul Sektion mit Schwester Hatune an der Spitze macht größe Fortschritte im Flüchtlingslager von Istanbul. Im November 2007 besuchte ein jordanisches Team mit Sr. Hatune Dogan die Flüchtlingslager in Jordanien. Nun folgt ein kurzer Bericht über den Beginn der Arbeiten, welche die Stiftung in beiden Ländern bisher für die Flüchtlinge geleistet hat.

Türkei

Ungefähr 13000 Flüchtlinge leben derzeit in der Türkei. Sie sind auf acht Städte verteilt. Die offizielle Anzahl der Flüchtlinge ist aber viel weniger als es in Wirklichkeit sind. Denn Länder wie die Türkei, Jordanien oder der Libanon tolerieren die Flüchtlinge nicht offiziell und daher wächst die Anzahl der inoffiziellen Flüchtlinge in den türkischen Städten von Tag zu Tag. Über die inoffizielle Anzahl der Flüchtlinge in der Türkei und ihre derzeitige Situation berichte ich nun.

Die Sr. Hatune Stiftung wählte für ihre Unterstützung das Flüchtlingslager in Istanbul aus. Da es eine große Stadt mit 18 Millionen Einwohner ist, die Infrastrukur und die hygienischen Verhältnisse sind sehr schlecht. Unsere Mitarbeiter besuchten die meisten bestehenden Flüchtlingslager in den Städten und Dörfern. Das Lager in Istanbul machte auf sie verglichen mit den anderen den schlechtesten Eindruck.

Eine ehemals reiche Familie wartet auf eine Unterbringung

Die derzeitige kritische Lage in Istanbul

Istanbul ist die älteste und größte Stadt in der Türkei mit 18 Millionen Einwohnern. Die Flüchtlinge sind verteilt auf fünf Orte: Yesilkoy, Bakirkoy, Samatya,Tarlabasi und Kadikoy. Dieses sind die ärmsten Slums der Stadt. Dort gibt es noch einige wenige alte und billige Wohnungen. Diese sind dazu bestimmt, zerstört zu werden. Die Wohnungen haben im Keller einen Keller, wo Lebensmittel und andere Dinge aufbewahrt werden können. Da die Umgebung der Häuser aber durch Abwasser verseucht ist, werden die Lebensmittel schnell nass und fangen an zuschimmeln. Für die Flüchtlinge gibt es aber keine alternativen Wohnmöglichkeiten, so dass sie in diesen Keller-Wohnungen bleiben müssen. Sie sind auch nicht an die örtliche Kanalisation angeschlossen und die Flüchtlinge haben keine Möglichkeit, Toiletten zu bauen. Daher haben sie kleine Löcher in den Boden ihrer „Wohnungen“ gegraben. Natürlich riecht es dort dann sehr streng an dem Ort, in dem die Familien auch kochen müssen. Selbst wenn diese Wohnung gut genug zum Leben wäre können dort höchstens zwei Familien leben. In Wirklichkeit leben aber um die 80 Personen in einer dieser Keller-Wohnungen. Es gibt keine Privatsphäre, um zu schlafen oder auf die Toilette zugehen. Selbst Ratten würden in so einer Umgebung nicht leben wollen. Diese Wohnungen stehen unter der Kontrolle von mächtigen Kriminellen vor Ort und sie kassieren 30 € pro Person als Miete im Monat, egal ob es sich dabei um ein Kind oder einen Erwachsenen handelt. Wenn jemand nicht bezahlen kann wird er am nächsten Tag mit seinem gesamten Habe aus dem Slum geworfen. 15 bis 20 Familien leben in einem Haus als eine Art Hausgemeinschaft. Da die Familien keinen Platz für sich allein haben ist es unmöglich, diese Gemeinschaft noch in die einzelnen Familien aufzuteilen. Sie werden nur noch als ganzes, als eine unübersehbare Menschenmenge wahrgenommen. Es sind illegale Flüchtlinge und ohne gültige Papiere können sie sich nicht als Flüchtlinge behördlich registrieren lassen. Sie dürfen sich nicht auf Straßen aufhalten und wenn die Polizei sie aufgreift werden sie wieder in den Irak abgeschoben. Es ist ihnen nicht gestattet zu arbeiten und selbst ihre Kinder dürfen nicht auf öffentlichen Plätzen spielen.


Sr. Hatune tröstet ein neunjähriges Mädchen, welches 19 Tage lang entführt und vergewaltigt wurde

Einige wenige Frauen arbeiteten in Nachbarhäusern als Haushälterinnen und bekommen nur eine lächerlich geringe Bezahlung für ihre demütigende Arbeit. In vielen Fällen werden sie von ihren Arbeitgebern sexuell missbraucht. Aber es gibt keine rechtliche Möglichkeit um sich gegen diese Behandlung zu wehren, da sie ja illegal arbeiten und wenn sie sich bei der Polizei beschweren werden sie – obwohl sie Opfer sind – eingesperrt. Hunger und Krankheiten sind die Folgen dieser permanenten Arbeitslosigkeit und katastrophalen Lebensbedingungen. Es ist schrecklich wenn man die hilflosen, kranken Mütter sieht, wie sie versuchen, ihre hungrigen Säuglinge zu stillen. Da sie selber Hunger leiden können ihre Körper oft keine Muttermilch mehr produzieren. Hieran sieht man, dass Hunger wirklich das Schlimmste ist, was einem Menschen passieren kann. Viele Frauen sind daher gezwungen, sich selbst für das Lebensnotwendige zu verkaufen. Ich habe selbst eine Vielzahl solcher Frauen getroffen, die sich für eine Scheibe Brot verkaufen.

Im Irak waren sie die Kinder reicher Eltern – nun müssen
sie als Flüchtlinge unter erbärmlichsten Verhältnissen leben

Ein Gespräch mit den Flüchtlingen

Ich besuchte Helena, eine von vielen typischen Hausfrauen. Sie ist 47 Jahre alt und lebte in Bagdad. Zu ihrer Familie gehörten ihr Ehemann, zwei Töchter (7 und 8 Jahre alt) und ihre Schwiegermutter. Ihr Ehemann arbeitete in Bagdad als Elektriker. Nach dem Sturz von Saddam Hussein und dem Zusammenbruch von Bagdad regierte das Militär neben der offiziellen Regierung. Am Anfang sendeten sie Drohbriefe an die christlichen Familien. Auch Helenas Familie bekam solch einen Brief, aber sie nahmen ihn nicht ernst. Eines Tages, als ihr Mann nach der Arbeit nach Haus kam warteten die Soldaten auf ihn am Tor und sie töteten ihn mit zahlreichen Kugeln aus ihrem Schnellfeuergewehr. In den nächsten zwei Wochen bekam sie weitere Drohbriefe und nach dem zweiten Brief flüchtete sie aus Bagdad mit Hilfe eines Schleppers. Sie gab ihm, was sie noch besaß, um ihr Leben zu retten. Sie kam nach Istanbul mit leeren Händen und den übrig gebliebenen Mitgliedern ihrer Familie, ihren zwei Töchtern und ihrer Schwiegermutter. Nun wohnen sie in diesen Keller-„Wohnungen“ zusammen mit 30-40 Leuten in katastrophalen Lebensumständen und bezahlen 30 € pro Person als Miete. Da sie dort illegal leben und nicht arbeiten dürfen haben sie kein Einkommen, um die Miete oder Lebensmittel zu bezahlen. Nachdem sie ein paar Wochen überlebt hatten kam schließlich ein Gauner und forderte den Körper ihrer älteren Tochter als Gegenleistung für den Lebensunterhalt der Familie. Hunger ist das stärkste Gefühl, welches ein Mensch haben kann; und 3-4 Tage Hunger führten schließlich dazu, dass die hilflose Familie ihre älteste Tochter für eine Nacht an die reichen Leute verkaufte. Am nächsten Morgen kehrte das arme, wehrlose Mädchen in das Lager zurück, verletzt an Körper und Seele. Das hilflose Mädchen machte einen Selbstmordversuch aufgrund der sadistischen Vergewaltigungen, welche sie durch mehrere Männer in der letzten Nacht erlitten hatte. Diese Sadisten verletzten ihren Körper durch brennende Zigaretten, bevor sie es mehrfach vergewaltigten. Die arme Familie hatte keine andere Möglichkeit auf diese abscheuliche Tat zu reagieren außer zu weinen und zu beten. Jede dieser Familien und Einzelpersonen in dem illegalen Flüchtlingslager hat Angehörige durch gezielte Morde verloren. Sie flüchteten aus ihrer alten, schrecklichen Heimat und leben nun als rechtlose, illegale Flüchtlinge. Sie haben ihren Lebensmut, ihre Hoffnung verloren und haben keine Ahnung, wie ihre Zukunft aussehen wird. Trotzdem habe ich eine gewisse Erwartung an mich in ihren Gesichtern gesehen.

Flüchtlinge suchen Schutz unter einfachen Planen

Schwester Hatune Dogan sprach mit vielen Hausfrauen unter den Flüchtlingen.
Frau Salam ist dabei das typische Beispiel, die eine zu Herzen gehende Geschichte zuerzählen hat:

Gespräch mit einer aus dem Irak geflüchteten Frau

Wie ist ihr Name?

Mrs. Salam.

Wie alt sind sie?

27 Jahre.

Wann kamen sie in die Türkei?

Am 20.August 2007.

Wo wohnten sie im Irak?

Im Nord Irak, in Mossul.

Was machten sie in Mossul?

Ich war Hausfrau.

Wer gehörte zu ihrer Familie, als sie in Mossul lebten?

Mein Ehemann, ich und zwei Kinder – 4 und 1 ½ Jahre alt.

Was machte ihr Mann beruflich?

Er arbeitete für eine Öl Raffinerie.

Erzählen sie mir über ihre Situation, bevor sie aus Mossul flüchten mussten.

Wir waren reiche Leute und hatten unser eigenes Haus und Auto. Wir lebten friedlich zu Zeiten von Saddam Hussein. Als er entmachtet wurde begannen die Soldaten uns Drohbriefe per Post zuschicken. Sie forderten uns auf, das Land zu verlassen oder wir werden getötet. An einem Tag sechs maskierte Männer kamen zu unserem Haus und fesselten meinen Mann. Dann vergewaltigten sie mich vor seinen Augen. Daher entschlossen wir uns zu fliehen.

Wie sind sie hierher gekommen?

Aus dem Irak zu flüchten während dieser Kriegszeiten ist sehr schwer. Es ist nur möglich mit der Hilfe von organisierten Schlepperbanden. Ohne sie würden wir auf der Flucht von Asozialen getötet und ausgeraubt werden. So waren wir auf einen Schlepper angewiesen, der sich auf die Flucht in die Türkei spezialisiert hatte. Er hatte nur Verbindungen zu den türkischen Behörden. Der Schlepper hat uns hierher gebracht, in dem wir mehrfach unser Verkehrsmittel wechselten, damit wir nicht von den Soldaten erkannt und beschossen wurden. Wir hatten nicht die Wahl, in ein anderes Land zu flüchten, da der Schlepper nur in der Türkei seine Verbindungen hatte.

Wie viel haben sie für die Flucht bezahlt?

Wir haben alle Wertgegenstände, wie Bargeld und Schmuck, mit uns genommen, als wir unser Haus verließen. Wir konnten uns mit dem Schlepper nicht auf eine Summe einigen, um ihn dazu zu bewegen, uns in ein anderes Land zu bringen. Auf dem Weg fragten wir ihn, was es kosten würde, uns in die Türkei zu bringen. Er sagte, alles, was wir hätten, würde es kosten. Als wir uns der türkischen Grenze näherten durchsuchten sie uns und nahmen uns alles ab, was wir bei uns trugen. So erging es auch anderen Familien, die mit uns kamen. Es war eine bittere Erfahrung für uns alle. Als sie uns in der Türkei abgeladen hatten wir nur noch unsere Kleidung am Leibe. Ich bat den Schlepper, mir wenigstens meinen kleinen Hochzeitsring zu lassen. Ich bekam ihn schließlich zurück, musste ihn aber hier in der Türkei verkaufen, um damit Lebensmittel zu bezahlen.

Haben sie vorher schon von diesem Land gehört?

Ich habe über die Türkei schon vorher einiges gehört und gelesen. Aber wir hatten keine Vorstellungen über die Türkei, da wir keine andere Auswahl hatten bei unserer Flucht.

Wie sind ihre Lebensverhältnisse hier?

Es ist hier wie im Gefängnis. Wenn wir die Wohnung verlassen verhaftet uns die Polizei. Wir dürfen hier nicht arbeiten und es ist sehr schwer, hier in diesem Keller-Loch zu leben. Es gibt keine Fenster und keine Toiletten. Die Ratten rennen hier herum. Es sind wirklich unvorstellbar schreckliche Lebensverhältnisse hier.

Wie kommen sie an Geld, um hier ihren Lebensunterhalt zu finanzieren?

Wir haben kein Geld mehr. Ich habe meinen goldenen Ehering verkauft, um zu überleben. Wie wir in der Zukunft hier überleben können weiß ich nicht. Alles hier ist sehr teuer.
Kein Einkommen, keine Arbeit und niemand, der uns hilft.

Wie ist das Verhältnis zu den anderen Flüchtlingen?

Ich schäme mich, anderen Flüchtlingen zu begegnen. Sie kennen mich gut und sie wissen auch, dass ich vergewaltigt worden bin. Aber die meisten kennen meine genaue Lage nicht. Ich verstecke mich häufig vor den anderen Flüchtlingen. Ich kann mit keinem über meine Situation reden. Ich denke, dass es nicht möglich ist, hier noch mehrere Tage zu leben.

Träumen sie davon, in den Nordirak zurückzukehren?

Daran kann ich noch nicht mal denken, da unsere Nachbarn dort zu unseren Feinden geworden sind. Niemand hilft uns. Wir haben Angst, dass sie uns töten werden, wenn wir zurückkehren.

Was sind ihre Erwartungen an die Zukunft?

Wir haben keine Vorstellungen von der Zukunft und wir hoffen, eines Tages in Frieden ohne Krieg leben zu können. Wir beten zu Gott, uns aus dieser Hölle herauszuholen.

Beziehen sie auch weiterhin ihre Stärke aus ihrem religiösen Leben?

Ganz genau. Unsere Vorfahren waren starke Gläubige und sie haben in früheren Zeiten unter ähnlichen, noch stärkeren Verfolgungen gelitten. Wir glauben, dass unsere Verfolgung eine Ehreund eine Herausforderung für unser spirituelles, religiöses Leben darstellt.

Welche Hilfe erwarten sie von anderen?

In erster Linie betet für uns und helft uns, das wir aus dieser schrecklichen Lage befreit werden.

Eine kleine Gabe wirkt wie Sauerstoff zum Überleben

Die Pläne der Schwester Hatune Stiftung zur Rettung der Flüchtlinge

Mit vielen anderen Hilfsorganisationen bietet auch die Stiftung den Flüchtlingen viele Hilfsgüter an. In den Vereinigten Arabischen Emiraten bildet sich gerade eine neue Sektion der Stiftung heraus. Die Teams im Mittleren Osten sammeln Güter wie Lebensmittel, Weizenpulver, Zucker, Wollkleidung, etc. auf den Straßen zusammen. Auch die Indischen Teams sowie andere Hilfsorganisationen arbeiten zusammen mit der Stiftung an diesem Projekt. Eine Hilfszentrale konnte in Damaskus bereits mit Hilfe der syrischen Regierung eröffnet werden. Die syrische Regierung hat bereits zugestimmt, die Stiftung beim Verteilen der Hilfsgüter an die Flüchtlinge zu unterstützen. In der Tat beginnt die Verteilung der Hilfsgüter in kürze.

Das Team aus Istanbul der Sr. Hatune Stiftung

Der Besuch und die finanzielle Unterstützung von Sr. Hatune in Istanbul

Als eine Initialzündung diente der Besuch der Schirmherrin der Sr. Hatune Stiftung am 26. Oktober 2007, um den Bedürftigen mit Geld und Kleidung zu helfen, welche sie wie Sauerstoff zum Überleben brauchen. Die finanzielle Unterstützung durch Herrn Wilfred Wong und das Geld, welches die vielen Teams der Stiftung in Europa gesammelt hatten, wurden auch von Sr. Hatune überbracht. Weiterhin wurden Wollsachen, die von der Istanbuler Sektion der Stiftung gesammelt wurden, in einem LKW transportiert zu dem Flüchtlingsviertel Yesilkoy in Istanbul. Außerdem besuchte Sr. Hatune einige Familien, deren Töchter im Irak vergewaltigt worden sind. Sie hatten schwer damit zu kämpfen, die Miete für die Keller-„Wohnungen“ zu bezahlen, wie sie oben beschrieben wurden. Sie bezahlte 3200 € direkt an den Eigentümer der „Wohnungen“ als Miete für die Familien. Auch wurde Geld bezahlt für die Behandlung der Mitglieder folgender Familien, welche krank wurden und an einige Mädchen der folgenden Familien, welche an ernsten Infekten litten:

1. Josef und Benjamin mit 3 Kindern
2. Riad und Hanna und 4 Kinder
3. Helane und Vahed Hanna mit 2 Kindern
4. Maryam und George mit 3 Kindern
5. Gabi und Rena mit 2 Kindern

Das Team besuchte auch kürzlich aus dem Irak gekommene Familien, wie einen Priester mit seiner Frau und 2 Kindern. Der Priester wurde im Irak entführt und seine Familie bezahlte 75000 $ an die Entführer. Zwei Wochen später wurde er freigelassen und er verließ den Irak zusammen mit anderen Familien aus der Nachbarschaft. Dieser Gruppe gab Sr. Hatune als Startkapital 4000 €.

Das Team besuchte eine andere Familie, in welcher der Ehemann im Irak ermordet wurde. Seine Frau und seine zwei jungen Töchter sowie ihre Großmutter leben in der Keller-„Wohnung“ in einem kleinen Raum. Weil sie an großem Hunger litten wurde die Mutter dazu gezwungen, ihre achtzehnjährige Tochter an einen reichen Mann zu verkaufen. Sr. Hatune gab ihnen die Miete und Geld für Lebensmittel für sechs Monate, insgesamt 1800 €, so dass sie ihre Tochter nicht mehr für das tägliche Brot verkaufen musste. Als ich der Mutter das Geld gab, fiel sie auf ihre Knie und versuchte, meine Füße zu küssen, so dankbar war sie. Ich sagte ihr, sie sollte lieber den eigentlichen Spendern danken, die sie durch das Geld unterstützt haben und nicht Sr. Hatune, die nur die Überbringerin ist.

Sr. Hatune scharte eine Gruppe von Mädchen um sich und sie versuchten, etwas offener über ihre Situation zu sprechen. Die Schmerzen und die Leiden wurden ihr erklärt und auch, dass sie gezwungen wurden, ihren Körper zu veräußern. An ihren Körpern konnte ich blaue Flecken erkennen, dort wo die Soldaten sie geschlagen hatten. Das Team traf eine andere Familie, in welcher die Mutter Anna mit ihrer dreizehnjährigen Tochter, die entführt und 14 Tage lang im Irak vergewaltigt wurde. Das Team gab 8000 $ zu ihrer Freilassung und sie flohen aus dem Irak. Ich gab ihnen 600 €, damit sie einen Raum in der Keller-„Wohnung“ mieten konnten.

Einer anderen reichen Familie, die in Bagdad lebte, wurde ihr Supermarkt ausgeraubt, wobei ihr Vater im Supermarkt getötet wurde. Kurz danach kamen zwei maskierte Männer in ihr Haus, als plötzlich das fünfzehnjährige Mädchen von der Schule nach Hause kam. Sie erzählten der Mutter, dass sie das Mädchen für eine kurze Zeit mitnehmen würden. Die Mutter durfte sich nicht an die Polizei wenden, weil sie sonst alle ermordet werden würden.
Das ältere Mädchen sagte zu ihrer Mutter, dass sie von dieser Zeit an seelisch krank geworden ist. Sie erzählte, dass sie jeden Tag zwei Wochen lang im Nachbarhaus nach der Schule vergewaltigt wurde. Als das meine Mutter mitbekam und sie traumatisiert wurde, entschied sie, unser Haus zu verlassen und Geld an einen Schlepper zu bezahlen, der uns zur türkischen Grenze schickte. Sr. Hatune bezahlte 400 € für die Miete und was die Familie sonst noch benötigte.

Am Sonntag, den 28. Oktober 2007 besuchte das Team die Halle, wo die gesamten Flüchtlinge aus dem Irak versammelt waren. Sie waren sehr glücklich, unser Team wieder zu sehen. Am gleichen Sonntag besuchte die Gruppe drei Familien. Die erste bestand aus 4 Kindern, von denen ein Sohn entführt wurde. Nach einer Woche bezahlten die Eltern mit allem, was sie hatten, um ihren Sohn lebendig wieder zu bekommen. Danach flohen sie zusammen in die Türkei. Sr. Hatune gab ihnen 200 €, damit sie einen Platz zum Leben finden können.
Eine andere Familie hatte drei Töchter, von denen eine Zehnjährige geistig zurückgeblieben war. Die anderen Töchter waren 8 bzw. 13 Jahre alt. Maskierte Soldaten kamen in ihr Haus in der Nacht. Sie fingen die älteste Tochter und begannen sie zu küssen und sie vor den Augen ihrer Familie zu vergewaltigen. Sie erzählten der Familie, dass sie alle Töchter vergewaltigen würden, wenn sie nicht sofort das Land verlassen würden. Noch am selben Tag gaben sie ihr Haus und alle Besitztümer auf und flohen aus dem Land.

Eine hübsche Dame (27) aus dem Lager lebte mit ihren beiden Kindern im Alter von 4 und 1 ½ Jahren im Nordirak. Sechs maskierte Soldaten kamen in ihr Haus und fesselten ihren Ehemann. Dann vergewaltigten sie die Frau vor seinen Augen, wobei sie sich dabei abwechselten.

Am 30. Oktober 2007 besuchte das Team einen anderen Teil von Istanbul, wo Flüchtlinge leben, dessen Name Kurtulus ist. Sie verteilten unter ihnen warme Wollsachen für den Winter. Außerdem unterstützen sie noch eine Familie aus dem Nordirak finanziell, die vor drei Monaten in die Türkei geflüchtet war und dort ums Überleben kämpfte.

Sr. Hatune sammelte noch mehr Kleidung und verteilte sie zusammen mit Lebensmittel und Geld in dem Stadtteil Kadikoy, wo auch sehr viele Flüchtlinge aus dem Irak leben.

Am selben Tag besuchte das Team sechs Familien, die erst vor kurzem in die Türkei gekommen waren. Diese schliefen auf dem bloßen Boden, auf dem noch nicht einmal ein alter Teppich lag. Das Team gab ihnen Matratzen und Wollkleidung sowie 100 € für jede Familie. Zwei Männer aus diesen Familien sind gut ausgebildet. Die Soldaten befahlen ihnen, die Amerikaner über ein Satelliten gestütztes Netzwerk auszuspionieren, aber sie lehnten ab. Sie bedrohten ihre Familien durch Warnbriefe und die Familien flüchteten 2 Tage später. Die anderen vier Familien haben jeweils ein Familienmitglied durch einen Mord verloren.

Insgesamt wurde eine Tonne von neuen und alten Kleidern an die Flüchtlings-Familien verteilt. Pfarrer Fr. Eßeter half der Gruppe beim Verteilen der Kleider. Er erzählte von einer Familie, dessen neunjähriges Mädchen von drei Männern für zehn Tage entführt wurde und die 20000 $ Lösegeld zahlen sollte. Aber die Familie bekam nur 10000 $ zusammen und bezahlten das Geld an Scheich Sunat, der versprach das Mädchen gesund zurückzubringen. Nach dem er das Geld bekommen hatte brachte er das Mädchen tatsächlich lebendig zurück. Es wurde dafür aber mehrfach auf das schlimmste vergewaltigt.

Das Team bekam auch noch die Leidensgeschichte einer anderen Familie zu hören. Maskierte Männer töteten den Ehemann, um seine Stelle auf den Öl-Feldern ihren Leuten zu geben. Sie sandten Drohbriefe an seine Frau um ihren Mann zu überzeugen, seine Arbeit aufzugeben. Sie töteten ihn und nach seinem Tod floh sie in die Türkei mit ihren drei Kindern, nachdem sie all ihr Geld verloren hatte. Sie verkaufte ihren Körper, um ihre Kinder zu unterstützen. Das Team gab ihr 600 € für die Miete und 500 € für Lebensmittel und versprach, sie in sechs Monaten noch einmal zu besuchen. Sie war den Spendern sehr dankbar und sagte, die Spender sind wirkliche Schutzengel, die sie aus der Hölle gerettet haben.

An einem frühen Morgen sammelte das Team alle Kleidungsstücke, Bettlaken, Teppiche und Matratzen und machte sich auf zu einem Gemeindehaus, wo sie das alles an viele Familien verteilte. Dort war auch ein dreizehnjähriges Mädchen, welche von drei maskierten Männern für 60 Tage entführt wurde. Danach bekamen sie von der Familie 14000 $ Lösegeld. Sie erlaubten ihr mit ihren Eltern zu telefonieren, um zu beweisen, dass sie noch am Leben ist und die Familie bezahlte das Lösegeld. Sr. Hatune sprach mit dieser Familie, tröstete sie und gab ihnen 200 €. Sie betete für sie und gab ihnen seelische Unterstützung.

Es gab eine Versammlung in der Gebetshalle, zu der viele Familien kamen und warme Kleidung verteilt bekamen. In den vielen Lagern in Istanbul das Team unter der Führung von Sr. Hatune verteilte Bargeld in Höhe von 14280 €, daneben noch Lebensmittel, Kleidung und Medizin.

Der Besuch in Jordanien

Am 31. Oktober 2007 kamen Sr. Hatune und ihr Team am Flughafen von Amman an. Hanna Samon und Br. Immanuel haben sich sehr stark für die aktive Unterstützung dieses Projektes engagiert. Das Team kam zu Mor Ephrem ashrafiye. Br. Immanuel hatte eine Liste mit den wirklich armen Flüchtlingen aus dem Irak. Er gab mir eine Liste mit 80 Flüchtlingsfamilien, welche vor kurzem in die jordanischen Lager gekommen waren, mit leeren Händen und ohne einen Cent in der Tasche. Als Soforthilfe bezahlte Sr. Hatune durchschnittlich 200 € an die folgenden 80 Familien:

1 Himad Mazjeed Farag
2 Michil George Basma
3 Hanna Yahkub Kelo

Ihre Tochter wurde entführt. Sie war 12 Jahre alt. Nachdem sie entführt wurde hat man sie 24 Tage lang missbraucht. Die Familie bezahlte 18000 Dollar, damit sie freigelassen wird. Nach ihrer Freilassung sind sie aus dem Irak geflüchtet und nach Amman in Jordanien gekommen. Sie haben ihr gesamtes Vermögen für die Freilassung ihrer Tochter bezahlt. Jetzt besitzen sie nichts mehr. Die Tochter ist seelisch sehr krank. Sie ist immer noch im Schockzustand. Sie haben drei Kinder.

4 Halaf Yausef
5 Geliana Nano Davood
6 Daniel Slipa Usana
7 Ediba Rihir
8 Bores Armenian
9 Lea David Gorgis
10 Mariam Yuhanna Hinuz
11 Samiram Vivan
12 Madlin Emandro mit vier Kindern
13 Aulunet
14 Fatan Eliza
15 Man Roman
16 Amanuel
17 Ramiyo Yausef
18 Aliz Mariam Toni
19 Ani Yausef Hermiz
20 Dafe Sahah
21 Sulina Useh
22 Amir Stefan
23 Sana Petruz
24 Lyla Ishak
25 Adenan Muze Eliya
26 Samira Ishak
27 Yoel Nisan
28 Yausaf Guna David
29 Ina Andrews
30 Ayad Yuhannes
31 Antronic Grabet
32 Antronic Ham
33 Barsaum mit vier Kindern
34 Huseh Hartyan
35 Send Mirzayad
36 Lidya Christopher mit drei Kindern
37 Arsalus Christopher
38 Hanno Ishamed
39 Hus Abi Mano mit drei Kindern
40 Laik Iahto
41 Helen Razi
42 Nile Kamir
43 Farid Ishak
44 Vafak Yausef
45 Ramzi Shanna
46 Zerbil
47 Habel Sammad
48 Palo Ishak
49 Semon Mata
50 Yulios Paulos
51 Hanna Ishak
52 Selan David
53 Sabiha
54 Edil Petrous
55 Fatan Isa
56 Vadil Noh
57 Aniz Salven
58 Yusef Thilaka
59 Sanna Sauked
60 Nirvas
61 Yausef Virmis
62 Hekmat Semon
63 Sadek und seine fünf Kinder
64 Keiz Narfeh
65 Kabna Yausef
66 Sami David
67 Sleman und Gerges
68 Rita Thomas
69 Janet
70 Manal Lutihi
71 Doris Aschur
72 Petrus Hadiso
73 Sahr Osahna
74 Milad
75 Frag Nazari
76 Hzem Basir
77 Bayda Risko
78 Rahel Nino
79 Udo Sleman
80 Amina Aziz Hanna

Die Geschichte einer Neunjährigen, die 19 Tage lang vergewaltigt wurde, erschüttert selbst einen hartherzigen Menschen. Sie stammt wie ihre Familie aus Bagdad. Sie war auf dem Weg aus der Schule als sie von 3 Maskierten entführt wurde, die in der Familie keine Unbekannten waren. Sie vergewaltigten sie 19 Tage lang und entließen sie schließlich für 33000 $, die sie von den Eltern als Lösegeld bekamen. Die Eltern sammelten das Geld, in dem sie ihr gesamtes Vermögen zu einem geringen Preis verkauften.

Jede Familie hat seine eigene, zu Herzen gehende Geschichte zu erzählen. Aus Gründen der Sicherheit sind bestimmte Namen der Opfer hier nicht genannt worden. Jede Familie hat eine erschütternde Geschichte über Mord, Vergewaltigung, Raub, … hinter sich.

Zusammenfassung

Die Sektionen der Sr. Hatune Stiftung in Jordanien genauso wie Istanbul kümmert sich aktiv um das Schicksal der Irak-Flüchtlinge. Sie werden dabei von den übrigen weltweiten Teams der Stiftung unterstützt. Während des Besuchs erzählten alle Flüchtlinge ihre erschütternden Geschichten von Mord, Raub und Vergewaltigung; sie sind Opfer von Brutalität und Ausbeutung. Die Stiftung erinnert sich dankbar an die Hilfe von Herrn Wilfred Wong aus London, der Geld gesammelt hat und die Stiftung auch aktiv in ihren Bemühungen unterstützte. Es sind Maßnahmen unternommen worden, um Lebensmittel über den Landweg an die verschiedenen Flüchtlingslager im Mittleren Osten zu verteilen, die schleunigst anlaufen werden.