Spendenkonto Deutschland

Helfende Hände für die Armen e.V.
Sparkasse Paderborn
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Sonntag, 05.09.2010
Bericht über die Irak-Reise vom 29.06.-13.07.09
27.07.2009

Auf Einladung von Yonadam Kanna (Mitglied des irakischen Parlaments in Bagdad) war ich für 2 Wochen im Irak mit der Absicht, etwas über das Innenleben des Iraks zu erfahren.

Über Habur bin ich in den Nordirak nach Dohuk gereist. Dort habe ich, um Informationen über die aktuelle Lage des Iraks zu erfahren, als erstes die dortigen Vereine und NGOs besucht. Von der Grenze des Iraks zur Türkei bis nach Dohuk erschien mir die Gegend sehr fruchtbar, es wurde viel gebaut und es sah von außen alles sehr positiv aus.

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Weinstöcke im Nordirak /Fruchtbare Berge im Nordirak

Ich hatte durch die Schilderungen von im Exil lebenden Irakern ein anderes Bild vor Augen. Nach den Schilderungen der Einheimischen, ergab sich aber eine andere Situation: Die Menschen leben geteilt in über zehn verschiedene Parteien mit politischen Ideologien, die sich gegenseitig aufhetzen.

Am nächsten Tag haben wir die Dörfer im Nordirak besucht. Dort haben wir die Einheimischen und die Inlandsflüchtlinge aus Bagdad und Mossul getroffen. Die Menschen, die dort an der Macht sind, sind sehr reich geworden. Hauptsächlich durch Korruption und durch das Veruntreuung von Spendengeldern. Da viele normale Dorffamilien nichts von diesen Spendengeldern erhalten leben sie immer noch in bitterer Armut. Aufgrund dessen, dass es vor Ort oft keine Ordnung und nur Chaos in allen Lebensbereichen gibt, ist es wichtig, Spendenorganisationen zu wählen, die sich auch vor Ort um die Verteilung kümmern.

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Die christlichen Familien leben in einer heruntergekommenen Schule

Familien, die nicht mit dem Regime zusammenarbeiten, werden nicht vom Staat unterstützt. So spaltet die Regierung des Nordirak das Volk und hetzt sie gegeneinander auf. Es gibt Spannungen zwischen Kurden und der Regierung in Bagdad. Da, wo die Christen ein autonomes Gebiet beanspruchen, befinden sich 9 Ölquellen, welche sowohl die Araber als die Kurden für sich haben wollen. Auch die übrigen islamischen Religionsgruppen, die Sunniten und Schiiten, sind gegen eine Demokratisierung des Iraks, da diese Regierungsform ihrer Meinung nach gegen den Islam gerichtet und zu westlich und somit ein Werk des Satans. Daher haben sie die Christen auf barbarische Art und Weise aus dem Land getrieben. Die Christen im Nordirak sehen keine Zukunft. Sie werden gezwungen, die kurdische Sprache zu erlernen und sich der islamischen Mehrheit gezwungenermaßen unterzuordnen. In einem christlichen Dorf wurden die Gärten von islamischen Jugendlichen verbrannt, geplant von ihren Eltern, während sich die Gläubigen im Gottesdienst befanden.
Anschließend bin ich in die Ninive-Ebene in die Nähe von Mossul gefahren, um die Inlandsflüchtlinge zu besuchen. Insgesamt haben wir 37 arme Familien an einem Tag besucht, die keinerlei Hilfe bekommen. Alle diese Flüchtlinge sind aufgrund von Morddrohungen aus ihrer Heimat geflüchtet.

Der Vater dieser Kinder wurde auf bestialische Art und Weise ermordet

Der Vater dieser Kinder wurde auf bestialische Art und Weise ermordet

Diese Menschen sind so zerrissen, dass sie keine Zukunftsperspektive sehen und das Land nur noch verlassen wollen. Diese Einheimischen sollte man vor Ort wieder ansiedeln und ihnen eine neue Chance in ihrer angestammten Umgebung geben, denn sonst wird ihr Volk durch die vielen Vertreibungen wurzellos.

Christliche Familien in der Ninive-Ebene

Christliche Familien in der Ninive-Ebene

Von der Ninive-Ebene bin ich nach Erbil und Henkawa gereist. Dort habe ich die christlichen Frauenverbände besucht, die sich um die Erziehung der Kinder kümmern und Kindertagesstätten unterhalten. Sie versuchen auf diese Art und Weise ihr christliches Erbe zu bewahren. Der Parlamentsabgeordnete Kanna, dessen Schwester Mitglied des Frauenverbandes ist, kämpft um die Anerkennung der syrisch-aramäischen Sprache als vierte Landessprache neben arabisch, kurdisch und englisch. Es gibt derzeit im gesamten Irak noch 53 Schulen, in denen syrisch-aramäisch die Unterrichtsprache ist. Es besteht aber die Gefahr, dass die Unterstützung durch den kurdischen Staat wegfällt und somit die Schulen vor dem Aus stünden. Daher versucht der Frauenverband finanzielle Mittel zur Erhaltung der Schulen aufzutreiben. Es wären über 680. 000 $, die benötigt werden.

Christliche Schule und Kindertagesstätte, in denen noch aramäisch gesprochen wird

Christliche Schule und Kindertagesstätte, in denen noch aramäisch gesprochen wird

Von Erbil sind wir nach Bagdad geflogen. Dort haben wir in der Stadt und der Umgebung die aus dem Norden zurückkehrenden Familien besucht. Ihre Häuser sind geplündert und die christlichen Familien stehen vor dem Nichts und benötigen dringend finanzielle Hilfe vor Ort, die auch wirklich ankommt.
Es sind insgesamt 1500 Familien die rund 190. 000 $ an Nahrungsmitteln und Wohnungseinrichtungen benötigen.

Eine christliche Familie in ihrem ausgeplünderten Haus

Eine christliche Familie in ihrem ausgeplünderten Haus

Diese Familien waren in dem Glauben an einen Neuanfang aus dem Nordirak wieder in ihre alten Häuser zurückgekehrt, weil die Lage im Nordirak doch nicht so gut war, wie gedacht. Dort hatten sie keine Arbeit, sie mussten eine neue Sprache erlernen und in fremden Häusern leben. So sind sie in der Hoffnung auf ein besseres Leben wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt. Aber auch dort zerstörten Bomben die Kirchen und auch die Träume von einer Zukunft in Sicherheit.

zerstörte St. Jakob-Kirche in Dora, ein Stadtteil von Bagdad (insgesamt sind 59 Kirchen zerstört)

Die zerstörte St. Jakob-Kirche in Dora, ein Stadtteil von Bagdad (insgesamt sind 59 Kirchen zerstört)

Die Kirchen, die noch intakt sind, müssen Tag und Nacht bewacht werden, damit sie nicht auch noch zerstört werden.
Als ich die zerstörten Gotteshäuser gesehen habe, sind bei mir Erinnerungen hochgekommen an den Völkermord 1915 in meiner Heimat Türkei. Ich richte daher einen Appell an alle Christen auf der ganzen Welt, die Christen im Irak nicht zu vergessen und sie zu unterstützen, so dass sie in ihrer Heimat friedlich und in Sicherheit leben können.

Sr. Hatune auf dem Flughafen von Bagdad

Sr. Hatune auf dem Flughafen von Bagdad

Von Bagdad aus bin ich wieder zurück nach Erbil geflogen. Die Assyrian Aid Society im Irak hat zusammen mit meinem Team ein Nahrungsverteilungsprogram in drei christlichen Dörfern mit Inlandsflüchtlingen vorbereitet. Ich habe dann diese Lebensmittel verteilt.

Verteilung der Nahrungsmittel  auf der Straße, da kein Raum zur Verfügung stand

Verteilung der Nahrungsmittel auf der Straße, da kein Raum zur Verfügung stand

Hier konnten wir 85 Familien pro Familie 70 $ an Nahrung zur Verfügung stellen</

Hier konnten wir 85 Familien pro Familie 70 $ an Nahrung zur Verfügung stellen

Insgesamt haben wir 298 Familien von christlichen Inlandsflüchtlingen durch Material und finanzielle Unterstützung persönlich helfen können. Das Geld ist direkt bei den armen Familien angekommen, welche es zu 100 % erhalten haben.
Ich möchte allen Spendern meinen Dank aussprechen, besonders Weihbischof König in Paderborn, der evangelischen Landeskirche Bielefeld, unserem Verein in Irland, der syrisch-orthodoxen Gemeinde in Aschaffenburg, Samira Aksuzak aus Holland (meine rechte Hand und Freundin) und dem Suryoyo-Fond in Schweden, geleitet von Ilhan und Samo.
Die Flüchtlingsfamilien im Irak benötigen auch weiterhin ihre Unterstützung, damit sie sich in ihrer Heimat wieder ein menschenwürdiges Leben aufbauen können. Daher wäre es schön, wenn sie unsere Stiftung auch weiterhin finanziell so großzügig unterstützen könnten.

Spenden können sie unter:

Helfende Hände für die Armen e. V.
Sparkasse Paderborn

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Bankleitzahl: 47250101
Stichwort: Irak